Import der Ärzte aus den OGD-Steiermark-Daten in die OpenStreetMap

Es wurden vom Land Steiermark seit einiger Zeit alle steirischen Ärzte unter OGD zur Verfügung gestellt. Am OGD-Portal werden 2440 Punkte unter CC-BY als Shapefile zur Verfügung gestellt. In den Daten sind alle Praxen der derzeit praktizierenden Ärzte (2005 Personen) enthalten. Die Daten enthalten die Koordinaten (in WGS84), Adresse, Vor- und Nachname und Titel, Kontaktdaten (Telefon/Fax, Email, Webseite) sowie die Krankenkassen – eine sehr gute Datenbasis für einen Import in die OSM.
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Bild 1: Ärzte aus OGD Steiermark mit QGIS visualisiert. Punkte: Land Steiermark – data.steiermark.gv.at (CC-BY-3.0 AT); Hintergrund: OpenStreetMap (CC-BY); Steiermark-Grenze: OpenStreetMap (ODbL).

Die Rohdaten der Ärzte sowie die zum Import nötigen Zwischendaten sind auf Github zu finden.

 Ablauf des Imports

Es sollten nur die Daten automatisch importiert werden, wo sich in der OSM in einem gewissen Umkreis kein Arzt befindet. Der Vergleich wird mittels Bufferzonen in QGIS gemacht:

  1. Vorverarbeiten des Shapefiles vom Land mit QGIS und vielen Regular Expressions:
    • Neue Spalten für Adressentrennung in Straße und Hausnummer (+ Strasse → Straße etc.),
    • Telefon und Faxnummern vereinheitlichen (auf „+43 Ortsvorwahl Nummer-Durchwahl”)
    • Händisch Telefonnummern kontrollieren (Vorwahl hinzu etc.), Mobilnummern von FAX auf contact:mobile umlegen
    • „name” zusammensetzen aus: „GRDTITEL VERLTITEL VORNAME NACHNAME”
    • Spalte „insurance” anlegen, und da alle Inhalte der Kassen als csv rein.
  2. OSM-Daten für QGIS vorbereiten:
    • Alle in der OSM vorhandenen Ärzte mittels Overpass holen: http://overpass-turbo.eu/s/10H
    • In JOSM laden
    • Alle löschen, die außerhalb der Steiermark sind
    • Speichern als GeoJSON für QGIS
  3. Bufferzonen um die OSM-Daten anlegen:
    • Menü Vector → Geoprocessing → Buffer erstellen, Distance: 0.00018
    • Menü Vector → Analysis → Points in Polygon
    • Selektierte Punkte speichern, diese müssen händisch importiert werden
    • Auswahl invertieren, speichern für automatischen Import

    Eine Visualisierung der Bufferzonen sieht man in Bild 2:
    screenshot-ärzte
    Bild 2: Bufferzonen um in der OSM vorhandene Ärzte in QGIS. Rot/Grün: OSM-Daten mit Bufferzonen (ODbL); Blau, Gelb: Ärzte aus OGD Steiermark (CC-BY-3.0 AT), Hintergrund: OpenStreetMap (CC-BY).

  4. In den OGD-Daten waren oft mehrere Punkte an exakt denselben Koordinaten, wenn sich mehrere Ärzte eine Praxis teilen. Dies ist sehr ungünstig für die OSM, da das Auswählen von Punkten mit identischen Koordinaten mit den meisten Editoren nur sehr umständlich möglich ist. Darum wurden diese Punkte mittels des QGIS-Plugins “Shift Points” etwas voneinander getrennt.
  5. Öffnen des Shapefile mittels JOSM, anpassen von Tags:
    • Umbenennen von Tags: OBJECTID→OGD-Stmk:OBJECTID; ARZTNR→OGD-Stmk:ARZTNR; EMAIL→contact:email; ORT→addr:city; PLZ→addr:postcode; addr_str2→addr:street; addr_stree→addr:housenumber; contact_ph→contact:phone; contact_fa→contact:fax; FACH→healthcare:speciality:de
    • Vor alle Kassen ein insurance:* stellen
    • Füge folgende Tags überall hinzu: addr:country=AT; healthcare=doctor; amenity=doctors; source=„Land Steiermark – data.steiermark.gv.at”
    • Je nach Fach healthcare:speciality=general,internal,orthopaedics, …
    • Löschen von ANREDE, GRDTITEL, VERLTITEL, NACHNAME, ADRCODE, STRASSE, TELEFON, FAX, RFOLGE, VORNAME

Die resultierende OSM-Datei wurde zur Begutachtung durch die OSM-Community auf Github gestellt. Nachdem auf der Mailingliste talk-at nur positive Rückmeldungen gekommen sind, wurde sie am 15.9. in die OSM importiert.

Die detaillierte Anleitung mit genaueren Zwischenschritten steht im OSM-Wiki.

In der nächsten Zeit sollten die bereits in der OSM vorhandenen Ärzte nach und nach mit den OGD-Daten ergänzt werden.
Ein Wunschtraum an die Zukunft wäre, dass auch folgende Attribute von der Daten sammelnden Stelle erhoben würden: Mobilrufnummer, Öffnungszeiten und Barrierefreiheit des Zugangs. Wir aus der OSM-Community sind dem Land Steiermark sehr dankbar für die Veröffentlichung der Daten und hoffen auf weiterhin Gute Zusammenarbeit!

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