Echtzeitdaten der Öffis bald auch in Graz?

Die Bemühungen um die Öffnung der Daten des Öffentlichen Verkehrs in Graz schreiten voran. Hier ein kleines Update dazu.

Parallel zur Gemeinderatssitzung am 4. Juli 2013 kam es zu einem kleinen Treffen zwischen Daniela Grabe (Grünen) und mir (Stefan Kasberger) mit dem neuen Verkehrsstadtrat Mario Eustacchio (FPÖ). Dabei wurde die Sachlage rund um die Öffnung der Echtzeitdaten des Öffentlichen Verkehrs – die bei der Holding Graz angesiedelt sind – kurz erörtert und die Vorteile von offenen Echtzeitdaten dargelegt.

Verkehrsdaten sind Schlüsseldaten um Open Government Data, deren Nutzen für die BürgerInnen sichtbar zu machen und deren Potential zu entfalten. Besonders für die EntwicklerInnen von Apps sind diese von hoher Relevanz.

Das Veröffentlichen der Echtzeitdaten benötigt jedoch noch eine Anpassung der IT-Infrastruktur, so die Holding Graz, die mit einem überschaubaren finanziellen Aufwand verbunden ist. Somit geht es aktuell darum, wer diesen Betrag zahlt, insbesondere da die IT-Lösung auch bei einer möglichen Öffnung des Verkehrsverbundes Steiermark weiter verwendet werden könnte.

Vorteile offene Echtzeitdaten

Was spricht für Echtzeitdaten?
Der wichtigste Grund: Echtzeitdaten sind ein zentraler Service für die BürgerInnen und sie erhöhen die Kundenzufriedenheit.

Direkte Kommunikation mit den KundInnen ist im 21. Jahrhundert eine der zentralen Aufgabenbereiche eines Verkehrsunternehmens und wird von jenen auch erwartet. Besser die KundInnen wissen, dass der Bus 10 Minuten Verspätung hat und gehen somit später los, als sie warten 10 Minuten frustriert im Regen.

Warum Open Data?
Ganz einfach: Offenheit vereinfacht das Benutzen von Daten.

Egal ob EntwicklerInnen oder NutzerInnen, alle profitieren von einem einfachen und effizienten Rahmen. Durch Open Data kann die Zeit die sonst in bürokratische und rechtliche Abläufe gesteckt wird in das Produkt fließen, aber auch technische Anpassungen sind durch die Open Data Standards gering.
Weiters sind viele der Fragestellungen und Verwendungszwecke von Daten oftmals gar nicht auf den ersten Blick erkennbar, wie zum Beispiel die Bedürfnisse von älteren Personen, Kindern, Blinden oder andersweitig körperlich eingeschränkten Menschen. Hier kann ein offener, innovativer Prozess mehr Ideen und Know-How einbeziehen als ein geschlossener.
Wirklich mächtig werden offene Daten aber erst durch die Kombination mit anderen Daten. Zum Beispiel, wenn die Öffi-Daten mit den Straßennetzen und touristischen Orten verbunden werden. So können Anwendungen entwickelt werden, die egal welche Fortbewegungsmöglichkeit ich nehme (Auto, Bim, Fuß, Rad, etc.) und wie oft ich umsteige, die richtige Ankunftszeit prognostizieren.

Patrick Wolowicz von offene-oeffis.at hat dazu einen schönen Blog-Artikel verfasst, in dem er sich detailierter mit den Vorteilen von offenen Öffi Daten auseinandersetzt.

Das Treffen war sehr konstruktiv und Mario Eustacchio hat sein Wohlwollen gegenüber der Sache ausgedrückt. Er wird sich die nächsten Tage mit der Holding Graz treffen, die geäußerten Positionen ansprechen und, wenn keine Einwände kommen, versuchen eine Lösung zu finden. Wir werden euch dazu sicher am laufenden halten und den Entwicklungen folgen. Hoffentlich gibt es somit die Echtzeitdaten der Öffis demnächst auch in Graz, so wie schon in Linz und ab August in Wien der Fall.

Autor: Stefan Kasberger, Student Umweltsystemwissenschaften mit Schwerpunkt Geographie, Koordinator der Open Science Arbeitsgruppe der Open Knowledge Foundation Österreich und Mit-Organisator des offenen OGD-Stammtisches in Graz.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *