Analyse der Abfallsammelstellen der Stadt Graz

Auf dem OGD-Portal der Stadt Graz gibt es schon seit längerer Zeit einen Auszug der Abfallsammelstellen online. Dort gibt es (derzeit) Daten zu folgenden Sammelstellen: Glas, Papier und Altkleidern. Derzeit sind dort 1359 Sammelstellen enthalten. Die Sammelstellen sind leider nicht an ihrem wirklichem Standort verortet, sondern nur an der nächsten Hausnummer, und ein Kommentarfeld weist auf die wirkliche Lage hin, zB “gegenüber”.

Abfallsammelstellen
Bild 1: Abfallsammelstellen Stadt Graz. Punkte CC-BY 3.0 AT Datenquelle: Stadt Graz – data.graz.gv.at, Hintergrund CC-BY-SA, OpenStreetMap.

Die Daten können vom WFS-Server in den folgenden Formaten heruntergeladen werden: HTML, KML, JSON und AMF. Wobei hier leider nur im KML die Koordinaten sowie die wichtigen Informationen Typ (Je ein Feld für Glas, Papier und Altkleider) und Lage enthalten sind. Das KML-Format hat allerdings den Nachteil, dass alle anderen Informationen außer dem Namen (Der Straße und Hausnummer entspricht) nur in einem HTML-Popup enthalten sind. Das ist zwar vielleicht praktisch bei der grafischen Darstellung in einer Google Map als Overlay, allerdings wird so die maschinelle Weiterverarbeitung und Konvertierung der Daten exorbitant erschwert.

Analyse der Daten

Die Verteilung der unterschiedlichen Sammelstellen zeigt ein interessantes Verhalten: Die Altglas-Container sind gleichmäßig über die Stadt verteilt:

Glas
Bild 2: Altglas-Sammelstellen Stadt Graz in Rot, andere Altstoffe Hellblau. Punkte CC-BY 3.0 AT Datenquelle: Stadt Graz – data.graz.gv.at, Hintergrund CC-BY-SA, OpenStreetMap.

Im Gegensatz dazu zeigen die Altpapiercontainer ein anderes Verhalten: öffentliche Altpapiercontainer gibt es anscheinend nur in den inneren Bezirken. Liegt das daran, dass in den Außenbezirken durch die weniger dichte Bebauung jedes Haus private Altpapiercontainer hat, oder fehlen hier gar Daten aus den äußeren Bezirken?

Papier
Bild 3: Altpapier-Sammelstellen Stadt Graz in Rot, andere Altstoffe Hellblau. Punkte CC-BY 3.0 AT Datenquelle: Stadt Graz – data.graz.gv.at, Hintergrund CC-BY-SA, OpenStreetMap.

Die Anzahl der Altkleidersammelstellen ist in den letzten Jahren massiv angestiegen, da sich darum ein lukrativer Geschäftszweig entwickelt hat. Die Stadt Graz konkurriert hier mit einer Vielzahl privater Anbieter wie Caritas, BAN und Saubermacher. Umso verwunderlicher ist es, dass im Datensatz der Stadt Graz nur 17 Altkleidercontainer der Holding verzeichnet sind – jeder Grazer weiß, dass es da in Wirklichkeit wesentlich mehr gibt. Update: Inzwischen (September) sind 119 Altkleidercontainer online (allerdings auch noch nicht alle).

Altkleider
Bild 4: Altkleider-Sammelstellen Stadt Graz in Rot, andere Altstoffe Hellblau. Punkte CC-BY 3.0 AT Datenquelle: Stadt Graz – data.graz.gv.at, Hintergrund CC-BY-SA, OpenStreetMap.

Auch war im Jänner kurzfristig (Vor der Zusammenlegung Altkleider und getrennte Abfallsammelstellen in ein gemeinsames Service) ein Datensatz mit Metall- und Leichtverpackungscontainern zusätzlich zu Glas und Papier online. Die alten Daten können auf Github noch nachgesehen werden. Eine Anfrage an ogd@stadt.graz.at, warum die neuen Daten Metall- und Leichtverpackungscontainer nicht mehr enthalten, konnte noch nicht beantwortet werden.

Ausblick

Da das KML-Format leider nicht für eine maschinelle Weiterverarbeitung geeignet ist, müssen die Daten erst konvertiert werden. Michael hat hierzu ein kleines Script (siehe Github) geschrieben, das die Daten ins OpenStreetMap-XML-Format konvertiert.

Die Daten können nach der Konvertierung (in OSM konvertierte Dateien siehe Github) in die OpenStreetMap importiert werden. Das muss allerdings händisch für jeden einzelnen Punkt erfolgen, da ja nur die Hausnummer verortet ist, und die genaue Lage durch einen Menschen aus der textuellen Beschreibung geraten werden muss. Hier können hochaufgelöste Luftbilder, wo die farbigen Deckel der Container erkennbar sind, von Vorteil sein. Ein Import würde in etwa so ablaufen:

  • Jeden der 1359 Punkte einzeln anklicken, Zoom auf Punkt.
  • Punkt in den OpenStreetMap-Layer Cut&Pasten
  • Feld “Lage” durchlesen und am Luftbild nach dem wahrscheinlichen Standort suchen
  • Attribute mit bereits in der OSM vorhandenen Containern mergen oder – wenn Punkt in der OSM noch nicht vorhanden – auf die neue Position schieben.

Was sich sicher sehr viel schneller nutzen lässt, sind die in den Containern vorhandenen Adressdaten, da sie schon auf (für die Adressen) richtigen Positionen liegen. Diese können (nach automatischer Filterung doppelter, bereits vorhandener Adressen) sehr viel einfacher im Bulk importiert werden.

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